Selektiver Vertrieb, und was er bewirkt
Viele Designhersteller verkaufen nicht an jeden. Sie wählen ihre Händler aus und knüpfen die Belieferung an Bedingungen: Ausstellungsfläche, Beratungsqualität, Auftreten der Marke. Dieses Modell heißt selektiver Vertrieb und ist im Möbelhandel verbreitet.
Preisbindung im engeren Sinn ist in der EU unzulässig, unverbindliche Preisempfehlungen sind es nicht. In der Praxis führt die Kombination aus wenigen Händlern, empfohlenen Preisen und der Möglichkeit, die Belieferung zu beenden, dazu, dass die Spanne zwischen den Anbietern schmal bleibt.
Für dich heißt das: Der Vergleich zwischen Händlern bringt bei diesen Marken wenig. Was sich vergleichen lässt, sind Lieferzeit, Aufbauservice und Rückgaberecht.
Wo es trotzdem günstiger wird
Ausstellungsstücke sind der häufigste Weg. Ein Sofa, das ein Jahr im Laden stand, wird abgegeben, wenn die Fläche gebraucht wird. Der Nachlass ist echt, das Stück aber gebraucht, und Rückgaberechte gelten dafür oft eingeschränkt.
Auslaufende Farben und Bezüge sind der zweite Weg. Wechselt ein Hersteller sein Stoffprogramm, verschwinden einzelne Varianten aus dem Sortiment, und was noch im Lager liegt, wird abverkauft.
Der dritte Weg ist die Zeit: Klassiker werden über Jahrzehnte unverändert gebaut. Wer nicht sofort kauft, verpasst nichts, weil das Modell in zwei Jahren dasselbe ist. Genau das unterscheidet diesen Bereich von Saisonware.
Woran ein echter Nachlass hängt
| Ausstellungsstück | gebraucht, Rückgabe oft eingeschränkt |
| Auslaufende Farbe oder Bezug | neu, Auswahl begrenzt |
| Zweite Wahl | Mangel muss benannt sein |
| Normaler Handelsrabatt | selten und klein |
Was ein Streichpreis hier bedeutet
Weil die Preise dicht beieinanderliegen, fällt ein durchgestrichener Preis besonders auf. Er bezieht sich in diesem Bereich meist auf die unverbindliche Empfehlung des Herstellers, nicht auf einen Preis, den dieser Händler je verlangt hat.
Das ist zulässig, wenn es gekennzeichnet ist, sagt aber nichts über eine Ersparnis. Aussagekräftig ist nur der Vergleich mit dem Preis, den derselbe Anbieter zuvor verlangt hat.
Wir beobachten in diesem Bereich acht Angebote seit dem 30. August 2026. Die Reihe ist zu kurz für eine Aussage über Preisbewegungen; sobald sie 30 Tage umfasst, steht der Verlauf auf der Preisseite.