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Beratung · Preise

Woran man einen echten Tiefpreis erkennt

Ein durchgestrichener Preis beweist nichts. Es gibt drei Dinge, die wirklich etwas aussagen, und alle drei kann man selbst prüfen.

Was ein Streichpreis wirklich sagt

Neben einem reduzierten Preis steht meist ein höherer, durchgestrichener. Rechtlich muss sich dieser Bezugspreis in Deutschland am niedrigsten Preis der letzten 30 Tage orientieren, wenn mit einer Preisermäßigung geworben wird. Das begrenzt den gröbsten Missbrauch, sagt aber nichts darüber, ob der aktuelle Preis im Jahresvergleich günstig ist.

Ein Beispiel macht das deutlich: Wenn ein Artikel elf Monate lang 300 Euro kostet, für vier Wochen auf 380 Euro steigt und dann auf 340 Euro reduziert wird, ist der Rabatt formal korrekt ausgewiesen. Er ist trotzdem kein guter Kauf.

Deshalb ist die Frage nicht, wie hoch der Rabatt ist, sondern wo der aktuelle Preis im bisherigen Verlauf steht.

Drei Dinge, die tatsächlich etwas aussagen

Erstens der Abstand zum bisherigen Tiefpunkt. Liegt der heutige Preis nahe am tiefsten beobachteten Wert, ist das ein belastbares Signal. Liegt er im oberen Drittel, lohnt Warten.

Zweitens die Häufigkeit. Manche Artikel fallen mehrmals im Jahr auf denselben Wert, andere nur einmal. Wer weiß, dass ein Preis regelmäßig wiederkommt, muss nicht sofort zugreifen.

Drittens die Saison. Bei Saisonware ist der Zeitpunkt oft wichtiger als jeder Rabatt: Ein Gerät ohne Nachlass in der Nebensaison kann günstiger sein als dasselbe Gerät mit Rabatt in der Hochsaison.

Die drei Fragen vor dem Kauf

Wo steht der Preis im Verlauf?unteres Viertel heißt: guter Zeitpunkt
Wie oft war er schon dort?oft heißt: er kommt wieder
Welche Saison ist gerade?Nebensaison schlägt Rabatt

Warum wir das überhaupt messen können

Preisverläufe entstehen nicht rückwirkend. Wer heute wissen will, was ein Artikel vor sechs Monaten gekostet hat, muss ihn vor sechs Monaten beobachtet haben. Genau das tun wir: Jeden Tag werden die Preise der beobachteten Angebote automatisiert erfasst und gespeichert.

Erfasst wird ausschließlich der maschinenlesbare Preis der Produktseite, nicht der Werbetext und nicht der Streichpreis. Zu jeder Angabe speichern wir, wann sie erhoben wurde und bei welchem Anbieter.

Unsere Erhebung hat am 30. August 2026 begonnen. Sie wird mit jedem Tag aussagekräftiger, und bis sie 30 Tage umfasst, sagen wir das auf jeder Preisseite dazu.

Häufige Fragen

Ist ein Streichpreis illegal?

Nein. Wird aber mit einer Preisermäßigung geworben, muss sich der Bezugspreis am niedrigsten Preis der vorangegangenen 30 Tage orientieren. Das ist eine Untergrenze gegen Missbrauch, keine Aussage über die Güte des Angebots.

Warum zeigt ihr nicht einfach den billigsten Anbieter?

Weil das andere schon tun. Unsere Frage ist eine andere: nicht wo, sondern wann. Ein Preisvergleich sagt, wer heute am günstigsten ist. Ein Preisverlauf sagt, ob heute überhaupt ein guter Tag ist.

Wie lange muss ein Verlauf sein, damit er etwas taugt?

Für eine grobe Einordnung reichen etwa 30 Tage. Für Saisonware braucht es ein volles Jahr, weil sich das Muster erst über die Jahreszeiten zeigt.

Woher das Wissen stammt

Wir testen keine Produkte und vergeben keine Noten. Was wir behaupten, ist entweder allgemein belegbar oder stammt aus unserer eigenen Preiserhebung, und dann steht der Zeitraum dabei.

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