Warum Sonnenschirme nach dem Sommer nachgeben
Ein Sonnenschirm ist ein reiner Saisonartikel. Der Handel bestellt die Ware im Winter und will sie bis zum Herbst verkauft haben. Was liegen bleibt, kostet über den Winter Lagerfläche. Diese Fläche braucht der Markt im Herbst für andere Sortimente. Darum geben die Preise oft nach, sobald die Nachfrage fällt. Das ist Marktmechanik und keine Freundlichkeit.
Die Nachfrage folgt dem Wetter. Bei der ersten Hitzewelle kaufen viele Menschen gleichzeitig. Dann sitzt der Händler in der besseren Position, weil das Regal von allein leer wird. Umgekehrt fragt im September kaum jemand nach Schatten, obwohl die Schirme noch im Regal stehen.
Dazu kommt der Modellwechsel. Viele Anbieter zeigen im Frühjahr neue Farben und Stoffe. Die Ware des Vorjahres muss dafür Platz machen, obwohl sie technisch meist kaum abweicht. Für dich heißt das: Ein Schirm aus der alten Serie spannt genauso Schatten wie der aus dem neuen Katalog.
Sonnenschirme im Jahresverlauf
| März bis Mai | Sortiment füllt sich, Nachfrage steigt |
| Juni und Juli | Nachfrage am höchsten, wenig Bewegung beim Preis |
| August bis Oktober | Restbestände, Auswahl schrumpft von Woche zu Woche |
| November bis Februar | kaum Ware im Laden, online dünnes Angebot |
August bis Oktober ist das ruhigste Fenster
Im August ist die Gartensaison für den Handel gelaufen, für dich aber noch nicht. Du kannst den Schirm im Spätsommer noch nutzen und hast trotzdem die Ruhe eines Käufers, der nicht muss. Bis Oktober läuft dieses Fenster. Danach ist die Saisonware in vielen Läden abgebaut.
Der Preis ist nicht der einzige Punkt. Je später du kaufst, desto kleiner ist die Auswahl bei Größe, Form und Farbe. Wenn du einen bestimmten Durchmesser oder eine bestimmte Bauart brauchst, wird es im Oktober eng. Wer flexibel ist, gewinnt in diesem Fenster mehr als wer eine feste Vorstellung hat.
Im Frühjahr gilt das Gegenteil. März bis Mai bringt die größte Auswahl, weil das Sortiment frisch aufgebaut ist. Dafür verhandelt der Handel dann aus einer starken Position. Wer im Mai einen Schirm ohne Kompromisse beim Modell will, zahlt diese Bequemlichkeit mit.
Worauf du beim Kauf am Saisonende achtest
Prüfe zuerst, ob der Schirm vollständig ist. Bei Restposten fehlen manchmal Schrauben, Abdeckkappen oder die Schutzhülle. Sieh auch die Kurbel und die Gelenke an, denn ausgestellte Muster sind oft schon oft geöffnet worden. Ein Mangel, den du erst zu Hause siehst, kostet dich mehr Zeit als der gesparte Betrag wert ist.
Die Standfestigkeit ist der wichtigste Punkt und keine Frage von Faustformeln. Wie viel Ballast ein Schirm braucht, hängt von Bauart, Durchmesser und Hebelarm ab. Ampel- und Auslegerschirme brauchen deutlich mehr Gewicht als Mittelmastschirme, weil der Ausleger das Kippmoment erhöht. Die nötige Menge gibt der Hersteller an, meist in der Anleitung oder auf dem Karton. Halte dich an diese Angabe und kaufe den passenden Fuß gleich mit, denn im Oktober ist genau dieses Zubehör oft schon vergriffen.
Reduzierte Ware ist keine Ware zweiter Klasse. Kaufst du bei einem Händler, gilt die gesetzliche Gewährleistung auch für Saisonschlussware. Anders liegt es bei einem Mangel, auf den der Händler dich ausdrücklich hinweist und dem du beim Kauf zustimmst. Wie das im Einzelfall aussieht, erklärt dir die Verbraucherzentrale.
Kurze Prüfliste am Regal
| Vollständigkeit | Schrauben, Kappen, Hülle, Anleitung dabei? |
| Mechanik | Kurbel oder Seilzug mehrmals bewegen |
| Ballast | Herstellerangabe lesen, passenden Fuß mitnehmen |
| Stoff | Nähte und Spannpunkte ansehen |
Was wir zu Sonnenschirmen messen und was nicht
Zu Sonnenschirmen läuft bei uns noch keine eigene Erhebung. Wir haben dafür keine Preisreihe und nennen deshalb auch keine Beträge. Alles oben ist Saisonlogik aus Handelspraxis und Nachfrageverlauf, keine Messung an konkreten Angeboten. Sobald wir eigene Daten zu diesem Thema erheben, ergänzen wir sie hier.
Bis dahin kannst du selbst messen, und zwar mit sehr wenig Aufwand. Notiere im Juni den Preis von zwei oder drei Schirmen, die zu dir passen. Sieh im September noch einmal nach. So bekommst du deinen eigenen Vergleich für deinen Markt.
Rechne beim Onlinekauf die Versandkosten mit. Große Schirme gehen oft als Speditionsware und werden getrennt berechnet. Ein niedriger Artikelpreis plus hoher Zuschlag kann teurer sein als der Kauf im Laden vor Ort.