So kommst du auf deinen Wert
Nimm die Grundfläche des Raums in Quadratmetern. Multipliziere sie mit 60 Watt, wenn der Raum wenig Sonne bekommt. Bei viel Sonne rechnest du mit 100 Watt. Ein Zimmer mit 20 Quadratmetern und Nordfenster braucht also etwa 1200 Watt. Dasselbe Zimmer unter dem Dach mit Südfenster kommt auf rund 2000 Watt.
Kühlleistung wird oft in Kilowatt angegeben. 1000 Watt sind 1 Kilowatt. Aus 2000 Watt werden also 2,0 Kilowatt. Manche Datenblätter nennen zusätzlich BTU pro Stunde. Ein Kilowatt entspricht ungefähr 3412 BTU pro Stunde, 2,0 Kilowatt also rund 6800 BTU pro Stunde.
Zu viel Leistung ist kein Vorteil. Ein überdimensioniertes Gerät kühlt schnell herunter und schaltet dann ab. Die Luft bleibt feucht, und das Ein und Aus verbraucht mehr Strom als ein passend gewähltes Gerät im ruhigen Dauerlauf.
Anhaltswerte für die Grobrechnung
| Wenig Sonne, gut gedämmt | rund 60 Watt je m² |
| Normale Wohnung, mittlere Sonne | rund 80 Watt je m² |
| Dachgeschoss oder große Südfenster | rund 100 Watt je m² |
| Zuschlag je Person im Raum | etwa 100 Watt |
| Zuschlag je Rechner oder Fernseher | etwa 100 bis 200 Watt |
Was die Rechnung nach oben treibt
Fenster sind der größte Posten. Durch eine unbeschattete Südscheibe kommt an einem Sommertag mehr Wärme herein als aus jeder anderen Quelle im Zimmer. Außenrollläden oder Markisen halten diese Wärme draußen, bevor sie im Raum ankommt. Innenjalousien helfen deutlich weniger, weil die Sonne die Scheibe schon passiert hat.
Auch die Decke zählt. Unter einem schlecht gedämmten Dach heizt sich die Luft den ganzen Tag auf und gibt die Wärme abends wieder ab. Dazu kommen Menschen, Kühlschränke, Backöfen und Rechner. Jede dieser Quellen gibt Wärme ab, die das Kühlgerät wieder herausschaffen muss.
Wer beschattet, dämmt und nachts lüftet, senkt den Bedarf oft um eine ganze Leistungsstufe. Das spart beim Kaufpreis und danach jeden Sommer beim Strom.
Was der Betrieb kostet, richtig gerechnet
Die Kühlleistung ist nicht die Leistungsaufnahme. Ein Gerät mit 2,5 Kilowatt Kühlleistung und einem Wirkungsgrad von 3,0 zieht rund 0,83 Kilowatt aus der Steckdose. Diese Verhältniszahl heißt EER oder SEER und steht im Datenblatt des Herstellers.
So rechnest du weiter: Leistungsaufnahme in Kilowatt mal Betriebsstunden ergibt Kilowattstunden. Diese mal den Strompreis ergibt Euro. Bei 0,83 Kilowatt und 4 Stunden sind das 3,32 Kilowattstunden am Tag. Bei 35 Cent je Kilowattstunde macht das 1,16 Euro täglich. Über 30 Sommertage sind es rund 35 Euro.
Der Rechenweg funktioniert nur mit Kilowatt. Wer mit 830 Watt weiterrechnet und das Ergebnis für Kilowattstunden hält, liegt um das Tausendfache daneben. Teile Watt immer zuerst durch 1000.
Beispielrechnung für einen Sommermonat
| Kühlleistung | 2,5 kW |
| Wirkungsgrad (EER) | 3,0 |
| Leistungsaufnahme | 0,83 kW |
| Laufzeit | 4 h am Tag |
| Verbrauch je Tag | 3,32 kWh |
| Kosten je Tag bei 35 ct/kWh | 1,16 Euro |
| Kosten für 30 Tage | rund 35 Euro |
Wann du kaufen solltest
Kühlgeräte folgen einer klaren Saison. Die Nachfrage steigt mit der ersten Hitzewelle, meist im Juni oder Juli. Dann sind Lager leer, Lieferzeiten lang und Handwerker ausgebucht. Wer in dieser Phase kauft, hat kaum Auswahl und wenig Verhandlungsspielraum.
Ruhiger wird es ab Oktober. Von Oktober bis Januar räumen Händler Sommerware aus dem Lager, und die Hersteller bringen im Frühjahr neue Modellreihen. Beides drückt die Preise für Vorjahresgeräte. Für fest installierte Splitgeräte kommt dazu, dass Fachbetriebe im Winter Termine frei haben.
Unsere eigene Preisbeobachtung ist beim Thema Kühlleistung dünn. Seit dem 30. August 2026 sind dazu 3 Angebote erfasst. Aus drei Beobachtungen lässt sich kein Preisverlauf ableiten, deshalb nennen wir hier keine Beträge und keine Prozentwerte. Die Empfehlung für Oktober bis Januar stützt sich auf die Saisonlogik des Marktes, nicht auf unsere Messreihe.
Plane die Rechnung vor dem Angebot. Wenn du weißt, dass du 2,5 Kilowatt brauchst, vergleichst du gleichwertige Geräte statt Werbeversprechen.
Worauf du beim Kauf noch achtest
Die Angaben zu Kühlleistung und Wirkungsgrad findest du im Datenblatt und meist auf dem Karton. Notiere dir beide Werte vor dem Vergleich, sonst vergleichst du Geräte unterschiedlicher Klassen.
Bei Splitgeräten mit Kältemittelkreislauf darf die Montage nur ein zertifizierter Fachbetrieb übernehmen. Kalkuliere diese Kosten von Anfang an mit ein, sie können den Gerätepreis erreichen oder übersteigen.
Kaufst du bei einem Händler, greift die gesetzliche Gewährleistung. Eine zusätzliche Herstellergarantie ist freiwillig und kann Bedingungen enthalten, etwa eine jährliche Wartung. Lies diese Bedingungen vor dem Kauf. Bei Streit hilft die Verbraucherzentrale weiter.